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Das Pfefferfließ




FFW - 25-jähriges
Feuerwehrjubiläum




Ein Trabant
am Wegesrand




Blick auf den Löschturm




Die alte Parkstraße




Ein klirrender Winter




Eine von sieben Sonnen-
uhren steht in Gottsdorf




Die Klinkenmühle um
das Jahr 1760




Die Obermühle Röthel




Fundament des
ehemaligen Armenhauses




Ein alter Schleifstein

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GESCHICHTE(N) VON GESTERN

1285 Ersterwähnung Gotzdorff durch Verkaufsurkunde
  Schreibweise aus der Chronik
1459 Godekendorf
1480 Godtstorp auch Gottstorg
1562 Gotsdorff
1637 Gatzdorf, Gazdorf
1775 Gatzdorf, Gazdorf
 
Ausschnitte aus der Chronik von Gottsdorf , den Protokollen der Gemeindevertretung und der Chronik der Gottsdorfer Schule
 
1632 Dorf ganz wüst, wohnen nur noch der Schulze und ein Hüfner darin
1750 Gottsdorf darf mit 27 anderen Dörfern Schafe halten, diese durften, altem Recht gemäß, wöchentlich zweimal auf jedem
Felde von 7 Dörfern der Umgebung mit Hilfe der „Klimperkeule“ und eines Hundes, gehütet werden
. Der König (Friedrich der Große) wollte wegen des Wollmaterials, daß die Schafzucht gefördert wird.
1772 12 Hüfner, 1 Kossäte, 3 Büdner, Kuhhirte, Pferdehirte, Schulmeister, 2 Müller
1791 12 Bauern, 1 Kossäte, 3 Büdner, 4 Hausleute oder Einlieger, 2 Müller
1837 Dorf mit 2 Wassermühlen mit 4 Gängen, 2 Webstühle auf Leinwand als Nebenbeschäftigung, 7 männliche und 3 weibliche Dienstboten, 20 Wohnhäuser
1840 3 Weber (haben 1 Gehilfen, 1 Lehrling, 2 auf jeweils 2 Stühlen, 1 auf einen Stuhl)
1858 Dorf: 3 öff., 24 Wohn- und 44 Wirtschaftsgebäude (Wassergetreidemühlen)
1883 wurde die „Lutherlinde“ auf dem Schulanger gepflanzt.
1884 soll der auf drei Seiten eingefriedete Kirchhof auf drei Seiten mit einer Mauer umgeben werden. Dann folgte der Wildpark, dem Winter (Jagdpächter) in Berlin gehörig. Davon wurde bei der Straßenbenennung im Jahr 1994 die „Parkstraße“ abgeleitet.
1887 Verzeichnis der Haushaltungen in Gottsdorf vom Lehrer Mecs im Januar 1887 verfaßt
1888 Am Abend des 08.Mai gegen 23.30 Uhr brach ein Feuer in Gottsdorf, bisher noch unbekannter Weise, aus. Es brannten daselbst die Scheune und der Stall des Hüfners Hermann Schulze vollständig nieder. Außer 2 Schweinen sind 1 Kuh und 5 Zuwachs mit verbrannt. Wie er das Vieh retten wollte, verunglückte er und erhielt so bedeutende Brandwunden, daß man an sein Aufkommen zweifelte. Dem benachbarten Büdner Hönicke sind ebenfalls die Wirtschaftsgebäude eingeäschert. Hat das Feuer eine ruchlose Hand gelegt? Die Spritzen der umliegenden Dörfer waren durch den Feuerschein bald alarmiert und auf der Brandstätte erschienen.
1888 Am 22. Januar 1888 wurde eine Instruktion zur Verwaltung der Hilfsküsteramtes in Gottsdorf unterzeichnet.
1893 Der Glockenturm zu Gottsdorf brannte am 03. Februar ab. Drei Glocken sind geschmolzen.
1894 Wir schreiben 1884, in welchem Jahre bloß ein Todesfall vorgekommen. Günstig!
1900 32 Häuser, 1 Altsitzer, 1 Büdner und Schmied, 8 Hüfner, 1 Hüfner und Gem. Vorsteher, 1 Kossät und Gastwirt, 1 Lehrer, 1 Malermeister, 1 Maurergeselle, 1 Rentnerin
1905 Der Antrag auf Erhöhung der Entschädigung für die Wahrnehmung der Küstergeschäfte in Gottsdorf wurde abgelehnt.
1921 Am 21. Juli fand die Einweihung des Kriegerdenkmals für die Gefallenen des Ortes in Gegenwart des Herrn Landrats Dr. Luthmer statt. Der Kriegerverein hatte dazu angeregt und die Kosten wurden aus Spenden aufgebracht.
1921 Am 10. Oktober wurde beschlossen, nachdem schon seit 1919 eine Stromversorgungsanstalt in Gottsdorf gegründet war, den Ort mit elektrischem Licht und elektrischer Kraft zu versehen. (Errichtung der Trafostation) Durch Beschluss der Gemeindevertreter sollte auch die Schule angeschlossen werden. Es wurden für die Lehrerwohnung 3 Flammen bewilligt. Auch das Schulzimmer erhielt eine Lampe. Als Eigentümer der Ortsnetze wurden die Gemeinden bestimmt. Bis 1945 waren Brennstellen im Ort vorhanden, welche von den anliegenden Besitzern bei eintretender Dunkelheit, bzw. zu bestimmten Anlässen, wie Versammlungen, Festlichkeiten usw. eingeschaltet wurden. Das Ausschalten um 22.00 Uhr war Aufgabe des Nachtwächters.
1926 Die Gottsdorfer hatten auch ein Radfahrerverein. Leider gibt es dazu keine Angaben, nur ein Foto von 1927, oder wir haben sie nicht gefunden.
 
1930 Am 18. Januar wurde ein Harmonium (ein Lindholm Instrument) für schulische und kirchliche Zwecke für 300 RM erworben. Die Mittel dafür wurden durch Spenden aufgebracht. Dazu kamen 150 RM vom Konsistorium und 50 RM hat der Jagdpächter dazugegeben. Im Anschluß daran wurde am 2. Februar ein Männergesangsverein gegründet.
1931 In der Nacht vom 11. zum 12. Dezember wurde über Gottsdorf ein Meteor gesichtet, berichtet die „Luckenwalder Zeitung“.
33 Wohnhäuser mit 39 Haushaltungen
1932 Am 31. Juni wurde im “Märkischen Tageblatt berichtet: Ein dreister Diebstahl wurde am Dienstag nachmittag hier ausgeführt. Der Poststelleninhaber hatte sich mit seiner Familie auf 2 Stunden aufs Feld begeben. Sein Haus wird zur Zeit umgebaut, so daß ein Teil der Hinterwand eingerissen war. Diese Gelegenheit nutzten die Diebe, um in die Räucherkammer zu gelangen und sich sämtliche Bratwürste, bis auf zwei, einzupacken. Da die Diebe gesehen worden sein sollen, schwebt noch die Untersuchung.
1933 Am 14. März wurde in Gottsdorf die Feuerwehr gegründet.
1936 Im Sommer lehrte Herr Noack (Lehrer in Gottsdorf) während der Turnstunden in der privaten Badeanstalt des Jagdpächters Herrn Laternser neun Kindern das Schwimmen.
1939 Nach Weihnachten setzte eine sehr starke Kälte ein. Die Temperaturen betrugen bis zu 26 Grad minus. Beim Bauer Siebecke erfroren 10 Ferkel, die gerade geworfen wurden.
1940 Der Bürgermeister August Schulze und der Müller Martin Röthel erhielten am 19. Dezember einen Fernsprechanschluss an das Netz von Dobbrikow. Die Leitung wurde zwei Jahre zuvor bereits verlegt. Im Februar 1941 hat auch der Jagdpächter, Baumeister Otto Laternser aus Berlin-Steglitz, nach seinem Jagdhaus einen Fernsprechanschluss erhalten.
1941 Frau Wartenberg (heute Parkstraße 8) betreibt einen Krämerladen. Heute werden bei den Kindern von damals schöne Erinnerungen an die dort befindlichen Süßigkeiten wach.
1941 Es wurden am 24. April Pappeln vor der Gemeinde an der „Jensekiete“ vor dem Schulhaus und am Wege zur Obermühle gepflanzt. Eine dieser Schwarzpappeln befindet sich noch heute vor der ehemaligen Schule und steht seit kurzem unter Naturschutz.
Vom 7. April bis zum 15. Mai hatte das Dorf seine erste Einquartierung. Es war ein Sturmartelleriebatterie mit 7 Panzersturmgeschützen und einem großen Kraftfuhrpark. Die Batterie umfaßte 170 Mann. Die Batterie rückte ab und wurde in Luckenwalde in Richtung Osten verladen.Im Jahr 1941 fielen die Gottsdorfer Emil Schulze und Otto Lehmann.
1944 Im Osten fiel Helmut Hausmann. Im Frühjahr übernahm das Dorf Umquartierte und Fliegerbeschädigte in größerer Zahl.
Das Glockenhaus, das über den Winter 1943/1944 ohne Dach und Ziegel war, wurde im Oktober neu gedeckt. Ende des Jahres flogen auch wieder Flugzeuge nach Berlin. Wie auch schon früher, fielen bereits vorher Bomben. So fiel eine Fliegerbombe direkt vor die Scheune des Grundstückes von Walter und Herta Siebecke (heute Parkstraße 13). Zum Glück blieb die Katastrophe aus. Es war ein Blindgänger und die Einwohner der Nachbargehöfte mußten eine Nacht evakuiert werden, bis die Bombe vor Ort entschärft war. Ein anderes Mal schlug eine Bombe in die Backholzmiete in Klinkenmühle ein. Da war kein Backholz mehr zu finden. Aber auch dieses Mal waren keine Menschen zu Schaden gekommen.
1945 Nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht suchten am 4. Mai die Einwohner des Ortes die Wälder ab, um die nach den letzten Kämpfen gefallenen Soldaten der deutschen Wehrmacht zu bergen. Um Gottsdorf wurden 27 Soldaten geborgen. Von diesen konnten 20 identifiziert werden. Am 27. Mai 1945 fand eine Gedenkfeier mit der ganzen Gemeinde und dem zuständigen Pfarrer statt.
Am 12. August 1945 schrieb die Tochter des damaligen Bürgermeisters Briefe an die Angehörigen der namentlich bekannten gefallenen Soldaten. Nach 56 Jahren wurde aufgrund eines dieser Briefe eine Beziehung zwischen einer Familie eines Gefallenen und dem Dorf fortgesetzt.
1949 Es wurde auch Erntedank in den Orten gefeiert. Auf dem Bild kann man sehen: Frau Else Schulze, Frau Lydia Bernütz und die Kinder: Karl-Friedrich, Rainer und Uwe Rotzinger, Walter Siebecke, Günter Krüger, Otto Lehmann und Gustav Präger (v. l. n. r.). Später gab es nur zentrale Feiern.
1950 Hier endet die Schulchronik von Gottsdorf. An die Lehrerinnen Charlotte Rotzinger und Erika Wlassak erinnern sich die Schüler von damals noch herzlich. Die letzten Eintragungen lauten: „ Am 11. Oktober 1950 kamen die Felgentreuer FDJler zu uns Gottsdorfer Jugendlichen und gründeten die Gottsdorfer FDJ. Ich leitete den FDJ-Chor (zweistimmig). Chor ist gleichzeitig Laienspielgruppe. „Meine Kinder“ sind sehr fleißig. Besonders die 2. Klasse.“ Die Geschichten über das Theaterspielen und den Engeln, die gut singen konnten, werden noch heute erzählt. Man muß nur fragen und zuhören.
1956 wurde erstmals der Erntekindergarten in Gottsdorf eingerichtet. Zunächst befand sich dieser Kindergarten im Schulhaus des Ortes. Erntekindergarten wurde dieser genannt, da die Kinder nur in der Zeit von April bis zum Abschluß der Ernte in diesem Kindergarten betreut wurden. Je nach den häuslichen Verhältnissen waren zwischen 18 und 19 Kinder, manches Jahr nur 8 bis 10 Kinder da. Die Kinder spielten häufig im Wald. Dort lernten sie alles über die Natur und welche Möglichkeiten man hatte, z. B. Basteln, Beeren und Pilze sammeln usw. Wann dieser Erntekindergarten nicht mehr weiter geführt wurde, muß noch ermittelt werden.
1958 wird die erste LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) Typ III mit 9 Mitgliedern gegründet, die 1961 58 Mitglieder mit 94 ha landwirtschaftliche Nutzfläche hat. 1971 erfolgte der Anschluß an die LPG Typ III in Frankenförde.
1959 Um 11.30 Uhr am 12 Juli tobte ein gewaltiger Gewittersturm über dem Dorf. Es wurden viele Dächer beschädigt, große Waldstreifen vernichtet und im Dorf viele Bäume umgeworfen. Verschiedene Zufahrtswege waren von Bäumen und Telegrafenmasten versperrt. Für das Kriegerdenkmal wurde 1959, durch Spenden der Gottsdorfer, ein Stein für 358 DM finanziert.
1960 Die Schulkinder von Gottsdorf gehen in Frankenförde zur Schule. Zum 01.04.1961 wird die neue Schule in Zülichendorf eingeweiht. Wie bisher werden die Kinder durch Herrn August Schulze jeden Tag mit dem Pferdegespann zur Schule gefahren. Egal was für ein Wetter war, das war die einzige Möglichkeit, wenn man nicht laufen wollte.
Auch vor Gottsdorf hat die kommunistische Erziehung keinen Bogen gemacht. So wurden auch hier Pionierveranstaltungen durchgeführt. So wurde z. B. eine Exkursion nach Klinkenmühle genutzt, um den Kindern die alten bäuerlichen Arbeiten zu erklären. Auf den Bildern sehen Sie u.a. wie der Pionierleiter den Mädels ein Klöppelwerk erklärt.
1963 findet zum letzten Mal Ende April das Stollenreiten statt. Ausgerichtet wurde es unter der Leitung der Feuerwehr. Im heutigen Zülichendorfer Weg fand der Wettkampf statt. Teilnehmer waren: Karl-Heinz Fabel, Fritz Frenkel, Hans Glombitza, Wilfried Krüger, Gustav Präger, Gustav Lobbes, Günter Klein, Reinhard Ziehe und als einziger Auswärtiger, Helmut Jungermann aus Wittbrietzen. In den Jahren davor wurde wohl das Hahnenschlagen favorisiert aber dieses mal wurde es „Kranzstechen“. So sollten die Männer im Ritt mittels einer Stange die oben im Tor befindlichen Kränze aufspießen. Mittags wurde angeblasen, die Kommandeure holten die Frauen ab, dann kamen die Wettbewerber. Nach dem erfolgten Wettkampf wurden die Sieger prämiert. Hier wurden schon mal die Auswärtigen für ihre Mühe mit einem Preis belohnt. Dann wurde der Wettkampf abgetanzt. Alle ritten oder gingen nach Hause, um sich dann eine Stunde später zum Tanz zu treffen. Dieser konnte dann schon bis zum nächsten Vormittag dauern. Die Gottsdorfer haben schon immer gern gefeiert. Es werden noch heute Geschichten erzählt, wo es heißt, das Weiberfastnachten war so heftig, daß einzelne Frauen auf dem Ofen gefeiert haben - oder die Gäste während der Hochzeit auf die Idee kamen, im Dorfteich mit der Zinkwanne zu rudern. So mancher hat seinen guten Anzug verschmutzt oder gar den besten Sonntagsschuh versenkt.
1964 Am 3. August wurde durch den Rat des Kreises empfohlen, in Luckenwalde ein zentrales Standesamt zu schaffen. Der Rat der Gemeinde Gottsdorf stimmte der Verlegung des Standesamtes von Frankenfelde nach Luckenwalde zu.
1965 Ärzte, Kraftfahrer und Dienstleistungsbetriebe beschwerten sich, daß keine Hausnummern an den Häusern zu finden seien. Durch den Rat der Gemeinde wurde dann 1966 beschlossen, die Häuser zu numerieren und die Straßen zu benennen: Dorfstraße, Luckenwalder Straße und Zülichendorfer Straße.
1966 Im März stellten die Einwohner den Antrag auf die Buslinie, um nicht immer mit dem Taxi zur Poliklinik fahren zu müssen.
1970 Die alte Schmiede wird zur Wartehalle umgebaut.
Am 10. Mai wird die erste Gottsdorfer Rockband „REMO 70“ eingestuft, was bedeutet, dass die Band berechtigt ist, öffentlich aufzutreten. Mitglieder der Band sind: Gerd Bernütz und Eberhard Palm an den Gitarren, Bernd Krüger am Bass und Norbert Gensicke am Schlagzeug. Probenraum war der Jugendclub in der Dorfstraße 9.
1971 Am 8.11.1971 besteht auch in Gottsdorf Arbeiterberufsverkehr. Die Straße zwischen Frankenfelde und Gottsdorf wird asphaltiert.
Am 31.Dezember 1971 wird die Gaststätte „Zur Kastanie“ geschlossen. Die Gottsdorfer mußten sich nun eine Alternative suchen und so wurden die Räume im Haus hinter dem Konsum zum Treffpunkt.
1974 Der bisherige Bürgermeister von Gottsdorf, Herr Simon, geht in Rente. Da die Aufteilung der Bürgermeister von der Zugehörigkeit der Partei abhängig war, sollte der Nachfolger in der SED sein. So wurde sichergestellt, daß sich das Verhältnis zwischen den Parteien nicht zu Ungunsten der SED veränderte. Es wurde kein Kandidat gefunden, der die notwendigen Voraussetzungen erfüllte. Aus der selbstständigen Gemeinde Gottsdorf wurde durch Zusammenschluß mit Frankenförde nur noch ein Ortsteil. Die Amtsgeschäfte wurden durch die Bürgermeisterin von Frankenförde, Elfriede Dielitz, übernommen.
1975 wird der Konsum vergrößert.
1978 Die Durchfahrtsstraße wird mit Mittel eines Betriebes instand gesetzt. Die Nutzung des Getränkestützpunktes wird durch den Einbau eines separaten Eingangs verbessert. Die Kosten trägt die Gemeinde.
1980 Erneut wird die Durchfahrtsstraße durch Panzer beschädigt. Wieder machte sich eine Instandsetzung erforderlich. Die Ausführung der Arbeiten übernahmen die Einwohner selbst. Material wurde durch die Gemeinde finanziert. Dazu standen ihr 50.000 Mark staatliche Mittel, 10.000 Mark von der LPG (Pflanzenzucht) und 22.000 Mark von der ISZ (Industrielle Schweinezuchtanlage) zur Verfügung.
1982 durch die Dorfstraße fahren Panzer in Richtung Truppenübungsplatz. Fotos durften niemals von militärischen Aktionen, Fahrzeugen oder Einheiten aufgenommen werden. Aber nicht alle hielten sich dran.Am 15.Februar wird die Bürgermeisterin, Elfriede Dielitz, aus gesundheitlichen Gründen abberufen. Die Amtsgeschäfte werden durch den Stellvertreter August Inselmann übernommen.
1984 Genosse Horst Hagen wurde laut Beschluß 02/84 zum Bürgermeister gewählt. Zu den Kulturfesttagen im Oktober spielte die CSSR Blasmusik zum Konzert auf.
1985 Die Vorbereitungen zur 700- Jahrfeier sind in vollem Gange. Dazu wurden 500 Festplaketten und 500 Biergläser mit Aufschrift bestellt.
1986 In den Jahren 1985/87 erfolgte der Ausbau eines Stalles auf dem Grundstück Dorfstraße 9 (ehemals Mocka) zum Jugendraum. Dies geschah durch die tatkräftige Mitarbeit der Jugendlichen. Die Kosten trug die Gemeinde. Die Gottsdorfer feiern das 1.Dorffest. Besonderheit war hierbei, das es darum ging, mit allen weit verstreuten Familienmitglieder gemeinsam zu feiern. Feiern heißt zu dieser Zeit, wie kommen wir an die Würste zum grillen, wer kann bei sommerlicher Hitze Bier organisieren. Das Fest hat allen riesig Spaß gemacht und so feiern wir jedes Jahr, aber schon lange nicht mehr nur für uns.
1987 Die Bürgersteige werden in der jetzigen Parkstraße 1-17 durch die Eigentümer der Grundstücke selbst gebaut. Das Material zahlt die Gemeinde.
1989 9. November, alles ist anders! Im Dezember wird ein Brief in den Westen geschrieben. An den Bürgermeister von Gottsdorf in Bayern.
1990 Antwort kommt aus Untergriesbach, dem Fremdenverkehrsverein von Gottsdorf, Ortsteil von Untergriesbach. Wir Gottsdorfer wären gern einmalig gewesen, aber nun waren wir doppelt da.Durch den Kontakt zum Verein und zur freiwilligen Feuerwehr haben uns die
bayrischen Gottsdorfer im gleichen Frühjahr besucht. Es wurde eine herzliche Begegnung, die Bayern sahen sich den Ort an, ließen sich erklären, warum es so ist, wie es ist, warum die Orte so aussehen. In Frankenförde fand ein schöner Abend statt. Die Rede, der am 01.06.1990 in Dienst getretenen Bürgermeisterin, Frau Ute Krüger, durfte nicht fehlen. Es wurden Pläne geschmiedet und so geschah es, das die preußischen Gottsdorfer zum 03. Oktober nach Bayern fahren und dort gemeinsam den Tag der Wiedervereinigung begehen. Als Geschenk nahmen wir eine Landkarte des Kreises Luckenwalde mit, auf der Gottsdorf dick umrahmt war. Bei dem Ausflug nach Österreich waren die „Ossis“ an der Grenze plötzlich verstummt und hielten ihre Ausweise bereit. Um so erstaunter waren wir, als niemand die Ausweise sehen wollte, der Grenzbeamte wußte bereits von dem Besuch aus dem Osten und wünschte uns schöne Tage.
1991 35 Wohnhäuser mit 37 Haushaltungen
Die Bürgermeisterin erhält einen Brief zu dem Soldatengrab des Gemeindefriedhofes. Die Witwe und die Töchter eines um Gottsdorf gefallenen Soldaten wollten wissen, ob dieses Grab noch vorhanden ist. Es war der Wunsch der Familie, einmal am Grab des geliebten Mannes bzw. des Vaters zu sein. So begab es sich im Frühjahr, das sich Frau Spang, verwitwete Kuhn, auf den Weg nach Gottsdorf machte. Es war schon sehr bewegend, wenn nach so vielen Jahren die Familie zum ersten Mal am Grab steht. An diesem Tag sollten nicht nur Tränen fließen, es wurde auch ein zweiter Wunsch der Frau Spang erfüllt. Sie wollte die Absenderin des Briefes von 1945 finden, da sie diese über die Jahre als Freundin im Herzen fühlte. So ergab es sich, dass sich Frau Klara Spang und Frau Erika Krüger, geborene Letz, zum ersten Mal in die Augen sahen. Frau Spang war überglücklich und erzählte viel von der schweren Zeit und dem Trost, den ihr dieser Brief gegeben hatte. Weiter berichtete sie, das sie über eine Freundin in Dresden jedes Jahr Geld zur Gemeinde nach Gottsdorf bzw. Frankenförde schickte, um auf das Soldatengrab ein Gebinde legen zu lassen. Direkt war so ein Kontakt nicht möglich. Bis heute sorgt sich die Familie um dieses Grab. So wurde der notwendige Anteil der Kosten, den die Gemeinde bei einer Neugestaltung des Grabes aufbringen mußte, durch die Angehörigen übernommen. Das Soldatengrab konnte eine Platte erhalten, auf dem die bekannten Namen der Soldaten auch vermerkt sind.
Ein Lebensmotto ist: Alles Schlechte hat auch etwas Gutes!
In diesem Fall führte es zwei Familien aus weit entfernten Landesteilen Deutschlands zusammen und es wurde eine innige Freundschaft daraus.
1992 Zum 01. Juli wurde die Gemeinde Frankenförde in eine Amtsverwaltung überführt. Die Landesregierung hatte verfügt, dass sich Gemeinden zu großen Einheiten zusammenschließen sollen. Das heißt, mindestens 5 Gemeinden mit mind. 5 000 Einwohnern. Die gewählten Bürgermeister wurden ehrenamtlich und es wurde ein Amtsdirektor gewählt. Für Gottsdorf heißt das, die Verwaltung erfolgt ausschließlich über das neugeschaffene Amt Nuthe-Urstromtal in Ruhlsdorf.
Im Herbst diesen Jahres fuhren die Mitglieder der Gottsdorfer Feuerwehr nach Gottsdorf. Es sollten sich wieder einmal alle sehen, es war auch ein Fußballspiel beider Feuerwehren geplant. Leider wurde dieser Besuch für alle Beteiligten zu einem Albtraum.
Unser Feuerwehrkommandant, Michael Klein, verstirbt nach dem Spiel, am 17.10. im Alter von 33 Jahren. Dieser Verlust und die tragischen Umstände führen dazu, daß der Kontakt auf der Ebene der Feuerwehren erstarrt. Einzelne Familien fahren sehr oft nach Bayern. Es wird viel davon erzählt. Alle sind lange Zeit sehr betroffen.
Am dritten Dezember wird das Amt Nuthe-Urstromtal durch Erlass zu einer Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Die Gottsdorfer sehen es gelassen. Nun sind die Nachbargemeinden auch nur ein Ortsteil, Gottsdorf war es schon so lange.
1992 Belegt unser Dorf im Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ einen beachtlichen 5. Platz.
Die öffentliche Stromversorgung ist bereits unterirdisch verlegt und wir haben Straßenlaternen im ganzen Ort.
1996 Wird der Kreiswettbewerb zum zweiten Mal durchgeführt und dort erhält der Verein Gottsdorfer Keramikstube e.V. einen Sonderpreis.
Die Ortsverbindungsstraße Frankenförde – Gottsdorf wird mit einer Länge von 2650 m und einer Breite von 4,75 m ausgebaut. Die Arbeiten beginnen im Juli und werden im Dezember desselben Jahres abgeschlossen.
Im gleichen Jahr wird der Ort an das Erdgasnetz angeschlossen.
Der westliche Teil der Gemeinde Nuthe-Urstromtal (getrennt durch die Bahnlinie und die Bundesstraße 101) wird durch ein Verfahren zur Unterschutzstellung im Rahmen des Landschaftsschutzes als Landschaftsschutzgebiet „Nuthetal-Beelitzer Sander“ ausgewiesen. Der Unmut der Einwohner zur Abgrenzung, die unmittelbar an den Gebäuden erfolgte, führte zu vielen Einwendungen.
1996 Gottsdorf spielt Fussball und veranstaltet über ein paar Jahre Dörferturniere für unsere Jugendlichen und die Nachbardörfer. Zum Eröffnungsspiel treten auch immer die Gottsdorfer Väter gegen ihre Jungs an.
1999 In den vergangenen Jahren wurden viele Häuser und Grundstücke liebevoll saniert. Viele neue Einwohner konnten hier heimisch werden. Die Dorfgemeinschaft hat die „Neuen“ gut aufgenommen. Der Dorfverein wurde zu einer festen Größe und alle Aktivitäten der Gemeinschaft wurden mit dem Feuerwehrverein und dem Dorfverein geschaffen.
2002 Der Friedhof wird durch Eigenleistung der Feuerwehr an das zentrale Wassernetz angeschlossen.
2003 Bericht über eines unserer gut besuchten Dorffeste.
Die frisch gewählte Ortsbürgermeisterin, Alice Löning, lädt zu ihrer ersten Seniorenweihnachtsfeier ein. Die langjährige Tradition dieses Seniorentreffs ist willkommener Anlass, sich über alte Zeiten zu unterhalten und fröhlich zu sein.
2004 Die ehemalige Waage wird abgerissen. Die Grube zugeschüttet und eine Betonfläche darüber errichtet. Durch die Spende der Firma Delgeskamp war es möglich, eine Pergola darüber aufzustellen, um diese zum einen als Bühne zu nutzen und zum anderen die Gitterstabmatten zu bepflanzen, um daraus später ein Treffpunkt mit Sitzbänken für Jung und Alt zu erhalten.
Im April 2004 proben wieder Musiker in Gottsdorf. Unter dem Namen „Die Gottsdorfer“ spielen am 21. Juni der Gottsdorfer Schlagzeuger Peter Wielebinski, der Gottsdorfer Saxophonist Hartmut Tietje, der Gottsdorfer Bassist Bernd Krüger und der in Gottsdorf geborene Gittarist Gerd Bernütz in einer öffentlichen Probe. Es wird ein toller Erfolg. Im August desselben Jahrs wird ein privates Sommerfest umrahmt.

Zum ersten Mal wird ein Adventsmarkt durchgeführt. Dieser wird idyllisch vor dem Gemeindehaus eingerichtet. Die Angebote werden überwiegend von den Einheimischen realisiert. Die Feuerwehr liefert mit der Nutzung des Gerätehauses seinen Beitrag. Die Jagdhornbläsergruppe aus Frankenfelde und
  anderen Nachbardörfern unterhält mit schönen Liedern die Besucher. Es ist ein romantischer Markt, ohne Hektik und ohne Lärm, aber bitterkalt.
 
2005 Die Pergola wird bepflanzt. Herr Werner Dräger übernimmt die

Pflege der Pflanzen, und das ist täglich erforderlich, da wir einen sehr heißen Sommer haben. Im Gemeindehaus wird in die dortige Wohnung eine Toilette eingebaut. Das ist die Voraussetzung, um für die öffentlichen Räume des Hauses, d.h. für Jugendclub und Feuerwehr, zeitgemäße Toiletten herzurichten. Die Arbeiten
wurden durch Einwohner des Ortes und Firmen ausgeführt, die Kosten wurden zum Teil aus dem Erlös des Adventsmarktes als auch von der Gemeinde getragen. Die öffentlichen Räume wurden zudem alle malermäßig verschönert.
Auch dieses Jahr wird ein Adventsmarkt ausgerichtet. Die Vorbereitungen sind in dieser Jahreszeit doch sehr anstrengend, zumal uns im Dorf langsam die jungen Männer fehlen, nicht weil wir keine haben, sondern weil sie in die „weite Welt“ gegangen sind, um Arbeit zu haben.
Am zweiten Wochenende im Juli findet unser alljährliches Dorffest statt. Gleichzeitig wird die Freiwillige Feuerwehr von Gottsdorf 70 Jahre alt. Ein Grund, diesen Anlass würdig zu begehen. In diesem Zusammenhang wird klar, dass die Wiedervereinigung bereits vor 15 Jahren in Bayern gemeinsam erlebt wurde. Ein weiterer Grund, offiziell Kontakt zur bayrischen Feuerwehr aufzunehmen.
Eine Delegation von 8 Mitgliedern konnte so auf unserem Fest begrüßt werden. Auch die stellvertretende Botschafterin Paraguays war zu Besuch. Neben den Übungen der Feuerwehr wurde wie immer die Nacht auf der Straße durchgetanzt!
Unsere Musiker, zwar schon wieder in einer geänderten Besetzung, spielen zum Tanz auf.
 
2006
Gottsdorf erhält eine neue Bushaltestelle. Die „Alte“ wird zum „Haus der Kulturen der Welten“.

 
2007
Als Ortsbürgermeisterin und Gemeindevertreterin der Gemeinde Nuthe-Urstromtal möchte ich Ihnen etwas über unseren Ort Gottsdorf und über unsere Gemeinde erzählen:

Die Gemeinde Nuthe-Urstromtal besteht seit 1992/1993 in der heutigen Form. Sie umfasst 23 Ortsteile und verfügt laut Gemeinde über eine Fläche von 338 Quadratkilometern mit der vergleichsweise geringen Einwohnerzahl von etwas mehr als 7000 Personen.

Nuthe-Urstromtal gehört zum Landkreis Teltow-Fläming und zum Land Brandenburg und liegt im Naturpark Nuthe-Nieplitz.

Eines der oben genannten 23 Ortsteile ist unser Gottsdorf.

Es besteht aus 8,2 Quadratkilometern und einer Einwohnerzahl von derzeit 139 Personen, 52 Häusern und 63 Haushalten.

Dieser Ort ist ein sehr aufgeschlossener, vielseitiger, lebenslustiger und interessanter Lebensraum. In dieses typisch brandenburgische Dorf sind schon gleich nach der Wende viele Westdeutsche hingezogen, so dass man heute sagen kann, dass etwa zwei Drittel „Ossis“ und ein Drittel „Wessis“ zu „ Wossis“ geworden sind, d.h. die Wiedervereinigung Deutschlands von uns seit Jahren erfolgreich gelebt wird.

Und nicht nur das. Sie werden kaum einen anderen so kleinen Ort finden, in dem derart verschiedene Menschen so hautnah aufeinanderstoßen und trotzdem ein ausgesprochen harmonisches Klima besteht.

Leben und leben lassen ist die Devise unserer Einwohner, für die interessenübergreifendes Handeln, Konfliktbewältigung, gegenseitige Achtung und Toleranz, aber auch eine große Bereitschaft für gegenseitige Hilfe und Unterstützung im Vordergrund steht.

Grundsätzlich würde ohne unsere Freiwillige Feuerwehr, bestehend seit 1935, ein großer Teil unseres sozialen Miteinanders nicht stattfinden können. Diese tatkräftigen Männer und andere ehrenamtliche Tätige richten als Mitglieder des Feuerwehrvereins z.B. das alljährliche Dorffest und das Osterfeuer aus. Da ist das ganze Dorf, aber wirklich das ganze Dorf, mit Hilfe und Unterstützung auf den Beinen. Der Dorfverein grillt, die Frauen des Dorfes backen kostenlos Kuchen ohne Ende. Die Gemeinde und unsere Firmen sponsern alles was gebraucht wird, vom Festzelt, der Bühne bis zum LKW. Unsere ansässigen Künstler bereichern das Fest mit kreativen Aktivitäten und wir können mit Fug und Recht sagen, dass wir uns aufgrund unsers guten Namens auch immer über einen regen Besucherandrang aus den umliegenden Dörfern erfreuen dürfen.

Wir veranstalten einen jährlichen idyllischen Adventsmarkt, an dem man sich auch mit einem Gläschen Glühwein an unserem Lagerfeuer erwärmen kann. Auch der jedes Jahr am Pfingstmontag stattfindende Mühlentag ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Hunderte von Gästen. Der Verein zur Förderung des Nordic Walkings e.V. ist Organisator der verschiedenen Kurs- und Laufveranstaltungen, die auch viele Berliner zu uns auf die Strecken des FlämingWalks locken. Der Kunstverein mit seinen internationalen Workshops trägt den Namen Gottsdorf in alle Welt.

Wirtschaftliche Aktivitäten gibt es in diesem Ort in Hülle und Fülle.

Wir haben ein Architekturbüro, eine Veranstaltungs- und Marketingagentur und ein Café auf einem wunderschön restaurierten Hof, wo man sich auch trauen lassen kann, eine Schlosserei, drei Pensionen, zwei Mühlen, eine davon, eine historische Wassermühle, ist noch immer in Funktion und mahlt das Mehl für die umliegenden Bäcker. Wir haben zwei ökologisch arbeitende Höfe, die ihre Schweine und Rinder als glücklich bezeichnen und ein Spezialgeschäft für Fische und Reptilien. Im Ort befindet sich auch das FlämingWalk-Zentrum mit Einstiegpunkten in das neu geschaffene 150 km lange Streckennetz des FlämingWalk für Nordic Walker und andere Wanderer oder Spaziergänger.

Wir haben so gut wie keine Arbeitslosigkeit. Viele arbeiten vor Ort, aber auch in umliegenden Firmen, z.B. als Betriebsleiterin der Fläming-Therme, andere auch bei Pixelpark in Berlin, als Croupier im Spielcasino am Potsdamer Platz, als Schiffskapitän auf Berliner und Brandenburger Gewässern, als Kunst-, Bewegungs- und Musiktherapeuten, als Yogalehrerin oder in anderen interessanten Berufen, so dass wir auch hier bei Bedarf auf die vielseitigsten Hilfen zurückgreifen können.

Und um dem Ganzen noch einen Deckel aufzusetzen, haben wir hier vor Ort eine erstklassige eigene Rockband, bestehend aus sechs inzwischen etwas ergrauten, dafür aber erfahrenen Musikern, die unserem Dorffest und anderen Festen, auch in größerem Umkreis, ein hohes Maß an Qualität und Lebenslust verleihen.

All diese Potentiale sind bei den verschiedensten Aktivitäten des Dorfes vertreten.

In Anlehnung an Berlin bezeichnete uns ein Journalist vor einiger Zeit als „Das Kreuzberg des Nuthe-Urstromtals“.

So pflegen unsere Künstler z.B. eine Kunstwiese, auf der zu Himmelfahrt das Wiesencafé aufgebaut wird, wo man in fröhlicher Runde, begleitet durch hörenswerte Konzerte, einen herrlichen Nachmittag verbringen kann.

Auf der Kunstwiese befindet sich auch ein angelegtes Labyrinth nach Chartre, eingemäht in die dortige natürliche Wiese.

Bei uns wohnt Pan Panazeh, ein Künstler und Holzgestalter und sogar der Inhaber eines Kunstbeerdigungsinstituts, auf dessen Anwesen, im „art(t)raum, immer wieder sehr interessante und gut besuchte Ausstellungen, Konzerte und Workshops stattfinden.

Auch die Umwelt wird hier nicht vergessen. Einige Bewohner dieses Ortes pflanzten vor kurzem in einem Gemeinschaftsprojekt mit vielen Helfern 7000 Eichen. Auf anderen Flächen wird experimentiert, wie man Laubgehölze in Gemeinschaft mit Nadelhölzern zum Gedeihen bringen kann.

Nicht zuletzt trifft sich alles, was in Gottsdorf Beine hat, alle zwei Wochen zum geselligen Klön- und Kaminabend in unserem Torhauscafé. Nach diesen Abenden weiß anschließend jeder, was sich in Gottsdorf so tut und was für Gottsdorf wichtig ist.

Jeder Gast ist bei uns herzlich willkommen, aus dem In- oder Ausland.

Besuchen Sie uns und Sie werden von Land und Leuten begeistert sein.

Mit vielen Grüßen aus Gottsdorf.
Alice Löning
(Ortsbürgermeisterin eines der
liebenswertesten Orte im Land Brandenburg).

Ps.: Nach den durchgeführten Recherchen ist die Gemeinde Nuthe-Urstromtal bundesweit die größte Gemeinde ohne Stadtrecht. Hierbei handelt es sich um eine Veröffentlichung des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg vom 4. Quartal 2001 aus der Datenreihe „Daten + Analysen“. Entnommen wurde diese Quelle durch das LDS Brandenburg aus dem Statistischen Bericht „Flächenerhebung 2001 nach Art der tatsächlichen Nutzung“, welcher alle vier Jahre erscheint.

Dem Statistischen Jahrbuch des Landkreises Teltow-Fläming für das Jahr 2003 ist zu entnehmen, dass die Gemeinde Nuthe-Urstromtal mit 33.769 ha die flächenmäßig größte Gemeinde des Landkreises Teltow-Fläming ist.
 
2008
Bau des Glockenturmes

 
Presseartikel in der Märkischen Allgemeinen am 23.05.2007

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Einweihungsrede des Glockenturmes

Liebe Gottsdorfer, werte Gäste und Ehrengäste, von denen ich namentlich den FDP-Bundestagsabgeordneten Herrn Heinz Lanfermann, unseren Bürgermeister Herrn Winand Jansen und den Vertreter der uns finanziell unterstützenden Bildungs-, Jugend-, Kultur- und Sport-Stiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam Herrn Ronny Thoms benennen möchte. Auch Frau Behrendt von der MAZ, die uns mit ihren Berichten über unseren Glockenturm immer begleitet hat.

Eingeladen waren auch Herr Pfarrer Wolf und unser SPD-Landrat Herrn Peer Giesecke, die sich beide aus terminlichen Gründen leider nicht hier einfinden konnten.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Herr Dr. Peter Danckert lässt sich ebenfalls entschuldigen, da sich er im Moment im Ausland aufhält und uns aber in seinem Brief herzliche Grüße ausrichten lässt.

Ich möchte Sie alle hier in unserer Dorfmitte zur feierlichen Einweihung unserer alten Glocke und unseres neuen Glockenturmes herzlich willkommen heißen.

Als erstes möchte ich Ihnen etwas aus der Geschichte dieses Dorfes erzählen.

Vor knapp 140 Jahren stand an der Stelle, wo heute unsere große Tanne steht, ein Gemeindehäuschen. Auf ihm befand sich ein kleiner Turm, in dem diese Glocke, die wir heute wieder aktiv ins Dorfleben zurückholen werden, untergebracht war.

Auf der Glocke ist die Inschrift zu lesen „ Angeschafft von der Gemeinde Gottsdorf 1871“.

Aus Baufälligkeitsgründen wurde dieses Gebäude dann aber abgerissen und fast genau an der Stelle, wo unser neuer Glockenturm steht, ein Schlauchturm für die Feuerwehr gebaut, in dessen Dach diese Glocke wieder untergebracht war.

Mitte der achtziger Jahre erlag dieser Turm aber einem heftigen Sturm und die Glocke wurde seitdem in unserem jetzigen Gemeindehaus eingelagert.

Im November 2006 hatten wir eine Dorfversammlung bezüglich ganz anderer Themen. Da brachte unser ansässiger Architekt, Herr Dipl.-Ing. Hartmut Tietje ins Gespräch, dass er die Glocke vorgefunden hätte und einen Vorentwurf für einen Glockenturm an der Trauerhalle gezeichnet habe und ob wir das eine gute Idee fänden. Alle waren begeistert. Im Verlaufe des Abends wurde aber deutlich, dass ein Glockenturm eher wieder an dem Platz erwünscht war, wo er auch früher stand und dass die Glocke auch nicht auf dem Feuerwehrhäuschen ihren Platz finden soll.

Es sollte eine Glocke für Alle und für das tägliche Leben werden!

Frau Bianca Seeger war sofort bereit, das Projekt mit einem neu gestalteten Layout auf unserer Internetseite zu unterstützen.

Über die Monate wurde das Bauvorhaben immer konkreter, so dass Frau Wielebinski und Frau Bonow in den Osterferien 2007 anfingen, Geld-, Sach- und Arbeits-Spenden für die Errichtung des Glockenturmes im Dorf einzusammeln.

Herr Querhammel wurde von uns aufgesucht. Von ihm wussten wir, dass er sich vor einigen Jahren als Ortsbürgermeister in Zülichendorf mit dem Thema Glocke beschäftigt hatte und uns sicherlich beraten könnte, was er auch ausführlich tat, uns auch in die Geheimnisse des elektrischen Läutwerks einweihte und uns ein Muster der Zülichendorfer Glockenordnung mitgab, über die wir in der nächsten Dorfversammlung beraten werden.

Im Juni 2007 hat uns unsere Rockband Phönix dann unterstützt, in dem sie ihren Probeabend auf unseren Dorfplatz verlegte und wir ein paar Einnahmen machen konnten.

Im Oktober 2007 wurde von Herrn Architekt Tietje unentgeltlich ein Bauantrag an die Gemeinde eingereicht, der mit Unterstützung von unserem Bürgermeister Winand Jansen, Frau Nestler und Frau Krüger auch genehmigt wurde. In diesem Bauantrag hat sich die Gemeinde Nuthe-Urstromtal sogar bereit erklärt, als Bauherr aufzutreten, sodass Herr Tietje auch die weitere Bauplanung und Bauleitung in Angriff nehmen konnte. Des Weiteren wurde dieser verwaltungstechnische Aufwand von Herrn Dipl.-Ing. David Merten aus Frankenfelde, der die ganzen statischen Berechnungen ebenfalls unentgeltlich für uns erarbeitet hat, kräftig unterstützt. Ganz vielen Dank!

Und so tat sich im Laufe der Zeit das eine mit dem anderen zusammen und es wurde immer deutlicher, dass wir das ganze Unternehmen nicht ganz alleine schultern können.

Vom Büro unseres Landrates Herrn Peer Giesecke bekamen wir dann den entscheidenden Hinweis, dass es bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse eine Kulturstiftung gibt, die Projekte mit heimatlichem Hintergrund unterstützt.

Viel Papier musste dafür zusammengetragen werden. Aber ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass wir von dieser Stiftung mit sehr viel Sympathie für unser Anliegen sehr hilfreich unterstützt wurden, so dass wir im Mai 2008 die Mitteilung erhalten durften, dass wir förderfähig seien und das Geld erhalten werden.

Nehmen Sie, Herr Thoms, im Namen unserer Dorfgemeinschaft, bitte unser ganz herzliches Dankeschön entgegen.

Die Freude war also groß, denn erst ab jetzt war klar, dass wir uns auch ein elektrisches Läutewerk leisten konnten.

Und dann ging es los. Sehr schnell. Eckhardt Franz, Markus Röthel und Jörg Schmidt waren bereit, uns die erforderlichen Bäume für den Glockenturm zu spenden und so zogen wir mit Unterstützung unseres Forstspezialisten Heinz Miething in den Wald, um geeignete Bäume dafür auszusuchen, die am Wochenende darauf von der Feuerwehr gleich geschlagen wurden.

Mit Unterstützung von Bernd Krüger, seinem Angestellten Peter Philipp und Markus Röthel, Jürgen Demsky und der Sägerei Müller aus Linda wurde aus den Bäumen dann das Bauholz gemacht, wie wir es für unseren Glockenturm brauchten.

Die Schlosserei Krüger spendete dann auch alle Stahl- und Eisenteile sowie das Arbeitsgerüst.

Unser hier ansässiger Künstler Detlef David machte sich auf den Weg und verteilte im ganzen Ort Postkarten mit Gottsdorfer Motiv, auf denen sich unsere Einwohner mit Namen und Worten für die Nachwelt festhalten dürfen. Diese Postkarten werden in einem besonders dafür angefertigten Kästchen im Glockenturm noch untergebracht werden.

Mitte Juli 2008 haben die Männer der Feuerwehr und andere tatkräftigen Männer des Dorfes den Erdaushub für die Fundamente des Glockenturmes vorgenommen. Diese Erde wurde dann von der Denkmalbehörde auf alte Schätze untersucht und es wurde uns eine Freigabe für die Errichtung der Fundamente gegeben.

Ins Fundament eingelegt haben wir im Übrigen in einer Flasche eine Ausgabe des Amtsblattes mit allen Unterschriften derer, die bei der Fundamentlegung mitgeholfen haben.

Unendlich viele Stunden Arbeitszeit hat Jürgen Demsky dann mit Hilfe von Jörg Schmidt in den Zusammenbau des Glockenturmes gesteckt, der dann Ende letzten Monats wieder mit Hilfe von vielen Männer und dorfansässiger Technik der Firma Krüger und der Obermühle Röthel aufgebaut werden konnte.

 


Ich kann Ihnen versichern, dass das Ganze eine sehr spannende Angelegenheit war, diesen großen schweren Turm sicher und punktgenau auf die vorhandenen Fundamente aufzubringen. Viel Geschick, Geduld, Ausdauer und zum Teil akrobatische Leistungen waren dazu vonnöten.


 


Da stand er nun, unser Turm, noch ohne Dach und ohne Glocke.

Was in den letzten Wochen, vor allem in den letzten 2 Wochen von unseren Männern geleistet wurde, ist kaum wieder gutzumachen. So gut wie immer war hier vor Ort Betrieb und es wurde immer tatkräftig weitergebaut.

Herr Wolfgang Schmidt hat mit seiner Firma Glockentechnik ebenfalls in dieser Zeit unsere Glocke fachmännisch in den Turm eingearbeitet, die Elektrik wurde von Eckhardt Wüstenhagen eingebaut und der Turm bekam ein Dach und Regenrinne und Ziegel.

 


Namentlich weiter erwähnen möchte ich folgende Männer unseres Dorfes, die viele bauliche Arbeitsstunden geleistet haben:

Dirk Dräger, Mario Präger, Frank Frenkel, Henry Pohl, Detlef David, Bernd Kuß, Manfred Tietz, Ingo Präger und Torsten Präger.

Aber in der Zwischenzeit wurde auch an anderer Stelle viel geleistet. Einladungen wurden gedruckt, verschickt, die Feier vorbereitet. Janet Fabel hat trotz Krankheit ihren Dorfverein aktiviert, die Frauen des Dorfes haben bereitwillig Kuchen gebacken, Suppen gekocht, Getränke wurden bestellt. Das Festzelt wurde uns von der Gemeinde gesponsert und von Bernd Bartel, Hans-Peter Wielebinski, Mario Präger und Manfred Nitschke mit aufgebaut.

Die Musikerinnen Gunhild von Kries, Annette von Stackelberg und andere Gottsdorfer Mitwirkende, die Frankenfelder Jagd- und Parforcehornbläser und Phönix Spezial haben sich ideenreich auf dieses Fest vorbereitet.

 


Beim Zusammentragen all dieser Daten und Fakten war es mir immer mehr ein Bedürfnis, mitzuteilen, wie viele Menschen lange und mit viel Kraft an diesem Projekt mitgearbeitet haben und dass wir ohne die Geldspenden der Dorfbewohner für sonstiges benötigtes Material nie hätten bauen können und ich hoffe sehr, dass ich niemanden vergessen habe, zu erwähnen.

Wenn man alle Helfer und Spender für diesen Glockenturm Revue passieren lässt, dann kann man sagen, dass sich fast das ganze Dorf mit viel positivem Einsatz und unterschiedlichster Leistung in diesem Projekt wieder finden darf und sich auch Menschen, die nicht hier wohnen, wie Leo oder Herr Schultz, mit ihren Beiträgen zu diesem Glockenturm beteiligt haben. An alle ganz herzlichen Dank!

Ich bitte nun die Hauptbeteiligten Herr Jürgen Demsky, Herr Jörg Schmidt, Herr David Merten und Herr Hartmut Tietje vorzutreten, um ein kleines Präsent überreicht zu bekommen.

 


In Anerkennung der vielen Arbeit habe ich Herrn Demsky auch ein persönliches Geschenk zu übergeben. Sie, Herr Demsky, erhalten von mir noch einen Reisegutschein über 50 Euro. Viel Spaß.

Auch bei Frau Janet Fabel möchte ich mich mit einem Blumenstrauß ganz herzlich bedanken. Ohne sie hätte ich die Organisation dieser Feier nach all den persönlichen Anstrengungen der letzten Wochen nicht geschafft.

Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass sich von amtlicher und politischer Seite nicht nur unsere Gemeinde mit unserem Bürgermeister Winand Jansen für uns eingesetzt hat.

Wie gesagt, haben wir den wertvollen Tipp für die finanzielle Unterstützung durch die MBS von unserem Landrat Herrn Giesecke erhalten.

Gespendet haben uns aber auch der hier anwesende FDP-Bundestagsabgeordnete Herr Heinz Lanfermann 100 Euro und der SPD-Bundestagsabgeordnete Herr Dr. Peter Danckert 50 Euro.

Mit diesem zusätzlichen Geld werden wir eine Tafel am Glockenturm anbringen können, auf der alle Spender aufgeführt werden.

Bevor wir die Glocke für uns ertönen lassen möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass am Kuchenstand eine kleine Box steht, in die Sie nachher gerne etwas für die noch weiter anfallenden Kosten hineinlegen können.

Und ich möchte die Musiker bitten, noch mal für uns zu spielen und dann Herrn Lanfermann, und Herrn Jansen um ein paar kurze Worte bitten.

Vielen Dank!

 


Nun also ist der Augenblick gekommen, an dem unsere Glocke gleich wieder ertönen darf. Möge sie uns stets in Frieden in unseren wohlverdienten Feierabend läuten, jedem auf seine persönliche Art! Uns mit Freude bei fröhlichen Ereignissen begleiten und uns auch in Stunden der Trauer eine Hilfe sein.

Freuen wir uns an dem, was unsere Vorfahren für uns mit dem Bau dieser Glocke, wir für uns und unsere nachfolgenden Generationen hier im Dorf mit diesem Glockenturm geschaffen haben. Betrachten wir diese Glocke als Bindeglied untereinander in Fortführung einer alten Tradition unseres Dorfes.

Lassen Sie uns zum Glockenturm hinüber laufen und uns um die Glocke scharen. Herr Demsky wird sie nach unserem kurzen gemeinsamen Schweigen zum Läuten bringen.

Lassen wir sie ein paar Minuten in innerer Stille auf uns einwirken, um dann anschließend einen schönen, fröhlichen, gemütlichen, friedlichen und herbstlichen Sonntagnachmittag miteinander zu verbringen.

Ich möchte mich bei Ihnen allen für Ihr Kommen und Ihre Aufmerksamkeit bedanken.

Perspektiven für morgen

Friedhofsgebäude ...